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EINSATZBEREICHE Erziehung Unterhaltung von Schulen, Kinderförderung, Angebot von Freizeitaktivitäten, Familienunterstützung
Die im Heiligen Land anwesenden Franziskaner verstanden bald, dass diese Stätten ohne die «lebendigen Steine», das heißt die örtlichen christlichen Gemeinden, keine große Bedeutung haben würden. So legten sie von jeher großen Wert auf die Erziehung. Sie errichteten Pfarreien in der Nähe der Heiligtümer und schon von der Mitte des 16. Jahrhunderts an gründeten sie die allerersten Schulen im Heiligen Land. Ein weiterer Schritt war die Öffnung der Schulen für alle (Katholiken, Orthodoxe, Muslime, Juden). Man ging dabei von der Überzeugung aus, dass die Schule ein «Labor des Zusammenlebens» sei, wo jeder den anderen respektieren, schätzen und lieben lernt. Letztlich lösten die Franziskaner eine echte Revolution aus, als sie die ersten Mädchenschulen gründeten. So vermittelten die von den Franziskanern geleiteten Schulen in den letzten Jahrhunderten einen unbestreitbarer Wert: Allen die Bildung zugänglich zu machen, sie allgemein zu verbreiten. Heute unterhält die Kustodie des Heiligen Landes verschiedene Arten von Schulen. Sie sind erfolgreich tätig und genießen ein hohes Ansehen, auch wenn sie sich in finanzieller Hinsicht kaum selbst tragen können. Die Schulen befinden sich in Israel, Palästina, Jordanien, Zypern und im Libanon und haben insgesamt zirka 10.000 Schüler. Dabei spielt die religiöse, nationale oder ethnische Zughörigkeit der Schüler keine Rolle. Dies bedeutet gerade für die arme Bevölkerungsschicht eine große Hilfe, denn viele Schüler kommen aus bedürftigen Familien. Daher wird in diesen Fällen auf die Zahlung von Schulgeld und Studiengebühren verzichtet. Die Kustodie fördert auch die kulturelle Ausbildung der Christen durch Stipendien. Diese werden an qualifizierte junge Menschen vergeben, die an einer Hochschule im Nahen Osten studieren möchten. Zudem ermutigt man dadurch die jungen Menschen bei ihrer Entscheidung, zukünftig in der Region zu bleiben. Die Schulen und Pfarreien der Kustodie bieten Kultur- und Freizeitaktivitäten an und geben somit den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Freizeit konstruktiv zu gestalten. Diese Aktivitäten sind eine unabdingbare Chance, um der Verwahrlosung, Drogenabhängigkeit und Gewalt unter den Jugendlichen entgegenzuwirken. Dass Erziehung und Dialog auch durch die Musik verwirklicht werden können, beweisen die Franziskaner ganz konkret mit ihrem Magnificat-Institut. Das Institut wurde 1995 gegründet und bildet seither hochqualifizierte Musiker aus, ungeachtet ihrer Herkunft oder Konfession.
«Die Erziehung ist grundlegend… innerhalb einer Minderheit. Die Schule ist der einzige Ort, an dem man dauerhaft christliche Menschen ausbilden kann. Wenn die Erziehung fehlt, werden die Christen verschwinden, und zwar nicht etwa zahlenmäßig, sondern weil sie nichts mehr zu sagen haben. Ohne Erziehung drohen die Christen eine bedeutungslose Präsenz zu werden.» «Ein weiteres Merkmal der Präsenz der Christen im Heiligen Land besteht in ihrer Sorge um Situationen, denen nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie zum Beispiel die Förderung der Achtung und Würde der Frau.»* |
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* Zitate aus Beiträgen von Franziskanern der Kustodie des Heiligen Landes![]() |
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